International Summer School in Lappland
aus: Hochschule Luzern - Newsletter September 2010
Inmitten der Tundra in Lappland fand im August 2010 zum vierten Mal die International Summer School statt. Auf der biologischen Forschungsstation in Kilpisjärvi, welche sich 400 km nördlich vom Polarkreis befindet, hielten zwei Dozenten aus Russland und Finnland Vorträge über die Modernisierung der Menschheit. Neben 21 Studenten aus Russland, Finnland, Italien und den USA war dieses Jahr ein Bachelorstudent der Hochschule Luzern – Wirtschaft dabei.
Bericht von Simon Infanger
Eindrücklich war bereits die Anreise: Von gemeinsamen Treffpunkt in Helsinki ging es per Bus noch rund weitere 1200 km in den Norden. Die letzten rund 500 km gingen mehrheitlich durch noch unberührte Natur. Je weiter man in den Norden fährt desto karger wurde die Fauna. Selbst die Nacht wurde zum Tag, was während die ersten „Nächte“ sehr gewöhnungsbedürftig war. Nach rund 16 Stunden Fahrzeit war die biologische Forschungsstation in Kilpisjärvi erreicht.
Während den Vorlesungen wurde vermehrt auf die Modernisierung der Gesellschaft eingegangen und dies kritisch aus mehreren Perspektiven erläutert. Die zwei Dozenten Dr. Sergei Medvedev (State University Higher School of Economics, Moskau)und Tapani Kaakkuriniemi (Aleksanteri Institutes der Universität Helsinki) erläuterten die Entwicklung sowie die Grenzen der Modernisierung. Gerade im hohen Norden lässt sich eindrucksvoll feststellen, welchen Einfluss die Menschen auf die Natur und umgekehrt haben können. So erscheinen selbst Landesgrenzen auf einmal in einem neuen Licht und lassen deren Notwendigkeit anzweifeln. Wie nah die Natur sein kann, erkannten wir, als während einer Vorlesung plötzlich ein Rentier durchs Fenster ins Schulzimmer schaute.
Nebst den Vorlesungen hatten die Studierenden Zeit an eigenen Projekten zu arbeiten. Diese wurden dann im Verlauf der Woche den anderen Studierenden präsentiert und die Ergebnisse kritisch hinterfragt. Da die Gruppen aus mehreren Ländern und Disziplinen zusammengewürfelt waren, war die Zusammenarbeit sehr lehrreich und spannend.
Neben einem intensiven Unterrichtsprogramm wurde ein breites Rahmenprogramm angeboten. So wurde unter anderem das Dreiländereck (Schweden-Norwegen-Finnland) besucht sowie mit Wanderungen die Tundra besichtigt. Ein Tagesausflug führe nach Tromsø in Norwegen. Neben einer Vorlesung in der nördlichsten Universität der Welt besichtigten wir dort die Hafenstadt am Polarmeer. Jeweils abends wurden Filme zum Unterricht gezeigt und anschliessend diskutiert. Selbstverständlich durfte auch ein Besuch einer traditionell finnischen Sauna nicht fehlen.
Neben interessanten Vorträgen und spannenden Diskusionen ist das Modul nur schon vom Unterrichtsort sehr empfehlenswert. Die nächste International Summer School in Lappland findet voraussichtlich im August 2011 statt und gibt 6 ECTS-Punkte. Weitere Infos gibt es unter escapes.hse.ru